Sicherheit und Resilienz im Fokus des ersten politischen Spargelessens
Zum ersten politischen Spargelessen des CDU-Kreisverbandes Wolfenbüttel in der Stadt Hornburg kamen zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zusammen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die sicherheitspolitische Lage in Europa, Fragen der gesamtgesellschaftlichen Resilienz sowie die Stärkung von Katastrophenschutz und kommunaler Handlungsfähigkeit.
Als besonderer Gast sprach Oberstleutnant Gilles Seifert vom Landeskommando Niedersachsen. In seinem Impulsvortrag erläuterte er die aktuellen sicherheitspolitischen Entwicklungen sowie die Aufgaben des Streitkräfteheimatschutzes innerhalb des Heeres.
Ein Schwerpunkt lag auf der veränderten Sicherheitslage in Europa mit Blick auf die NATO-Ostflanke und insbesondere die Situation im Baltikum. Seifert beschrieb Deutschlands Rolle als zentrale logistische Drehscheibe innerhalb Europas im Verteidigungs- und Bündnisfall. Niedersachsen komme dabei im Rahmen des Operationsplans Deutschland aufgrund seiner Infrastruktur eine besondere strategische Bedeutung zu.
Darüber hinaus wurden hybride Bedrohungen als zentrale Herausforderung moderner Sicherheitsarchitektur thematisiert. Im Fokus standen insbesondere die Verwundbarkeit kritischer Infrastruktur sowie die Notwendigkeit, staatliche und gesellschaftliche Resilienz weiter zu stärken.
Auch Fragen der Wehrpflicht sowie die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements in Blaulichtorganisationen wurden angesprochen. Viele der dort engagierten Menschen seien zusätzlich im Reservistenwesen aktiv und leisteten damit einen wichtigen Beitrag zur gesamtgesellschaftlichen Sicherheitsvorsorge.
Im weiteren Verlauf der Veranstaltung brachte die Europaabgeordnete Lena Düpont die europäische Perspektive ein. Sie betonte die Notwendigkeit, sicherheitspolitische Strukturen weiter anzupassen, und verwies auf die umfassenden Veränderungen in Schweden und Finnland, die ihre Sicherheits- und Verteidigungspolitik in den vergangenen Jahren grundlegend neu ausgerichtet haben. Zugleich hob sie das Solidaritätsversprechen innerhalb der NATO hervor, insbesondere gegenüber den Staaten an der Ostflanke Europas.
Darüber hinaus standen Fragen der Krisenvorsorge im Mittelpunkt. Diskutiert wurden unter anderem der Schutz vor Cyberangriffen, betriebliche Notfallplanungen in Unternehmen sowie aktuelle Ansätze zur Stärkung der zivilen Vorsorge. Dabei wurde betont, dass Resilienz sowohl staatlich als auch gesellschaftlich gedacht werden müsse und die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Wirtschaft und Sicherheitsbehörden weiter vertieft werden solle.
Der Landratskandidat des CDU-Kreisverbandes Wolfenbüttel, Tobias Thurau, unterstrich in seinem Beitrag die Bedeutung einer funktionierenden Sicherheits- und Krisenarchitektur auf allen Ebenen. Er betonte, dass der Katastrophenschutz im Landkreis Wolfenbüttel weiter professionalisiert werden müsse. Ziel seien klar abgestimmte Strukturen, verlässliche Zuständigkeiten sowie eine enge Zusammenarbeit aller Akteure im Bevölkerungsschutz. Auch die Auswertung von Übungen sei entscheidend, um im Ernstfall handlungsfähig zu sein und Prozesse kontinuierlich zu verbessern.
Thurau hob zudem hervor, dass Demokratie von aktiver Beteiligung lebe und die Zusammenarbeit aller Ebenen entscheidend sei. Es brauche eine stärkere Vernetzung sowie ein gemeinsames Verständnis darüber, wer im Krisenfall welche Aufgaben übernimmt.
Der CDU-Kreisvorsitzende Holger Bormann zeigte sich sehr zufrieden mit dem ersten politischen Spargelessen und betonte die Bedeutung eigenverantwortlichen Handelns:
„Die Zeiten, in denen man auf alle Lösungen von außen wartet, sind vorbei. Wir müssen selbst gestalten, Verantwortung übernehmen und Menschen für politische und gesellschaftliche Mitwirkung gewinnen.“
Gleichzeitig warb er für mehr Engagement in der kommunalen Demokratie und unterstrich die Bedeutung der kommenden Kommunalwahl. Es brauche mehr Menschen, die bereit seien, Verantwortung zu übernehmen und sich aktiv einzubringen – sowohl in der Politik als auch im gesellschaftlichen Leben.
Im Anschluss an die Beiträge nutzten die Gäste die Gelegenheit zu einem intensiven Austausch über Sicherheitsarchitektur, Katastrophenschutz, Heimatschutz und die Rolle Deutschlands in Europa.